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 Eisenbahn Amateur Club Herzogenrath

Heerlen 2019

Am Wochenende des 23. und 24. März 2019 waren wir auf Einladung unserer niederländischen Freunde des MBC „de Miljoenenlijn‟ in Heerlen im Carbon6. Der besondere Reiz lag darin, die Modellbahnanlagen beider Vereine miteinander zu verbinden und damit „grenzüberschreitenden Verkehr‟ zu ermöglichen. Um es gleich vorweg zu sagen, es war eine Herausforderung an Mensch und Material!


Die erste Herausforderung: die Modellanlage des MBC „de Miljoenenlijn‟ wird analog betrieben, die Anlage des EACH digital. Weiterhin ist die Strecke des EACH traditionell eingleisig, die niederländische Anlage jedoch zweigleisig. Schon Wochen vorher stellten uns die Niederländer ein eigens dafür gefertigtes Anlagenstück zur Verfügung, welches in unserem Clubraum dann mit den nötigen Kabeln und einem kleinen Schaltpult versehen wurde. Es verstand sich von selbst, dass auch dieses Modul noch mit einem Bahnübergang zwei Bahnsteigen und einem kleinen Geschäft für Kaffee, Tee und Tabak (so, wie man sie oft bis in die Siebziger des vorigen Jahrhunderts noch an der Grenze angetroffen hat...) ausgestaltet wurde.

Mit einem wohldurchdachten Plan in der Tasche wurden am Mittwoch vorher fast alle Module unserer Anlage verladen, ein Lieferwagen und ein PKW-Anhänger waren so vollgestopft, dass keine Maus mehr hineinpasste. Tatsächlich sollte wohl die größte von uns je zusammengestellte Modulanlage präsentiert werden.

Am Donnerstag rollten die Fahrzeuge dann nach Heerlen, wo sie mithilfe der niederländischen Freunde entladen wurden. Freitag ab 14 Uhr hieß es dann aufbauen, und hier zeigte sich nach etwa fünf Stunden intensiver Arbeit, dass selbst der wohldurchdachteste Plan seine Tücken hat und uns eine lange Nase drehte. Es passte nicht! In unserem reichhaltigen Fundus von Gleismodulen gab es kein Teil, das die fehlenden 80 cm zu überbrücken vermocht hätte. Es wurde gerückt und geschoben, auch unsere niederländischen Freunde versuchten, ihre Anlage noch zu bewegen, es war hoffnungslos! Schließlich ordnete unser Ausstellungsreferent an: „Nicht mit Gewalt schieben, dann geht alles kaputt. Bis morgen früh habe ich aus einem Sperrholzbrett noch ein passendes Modul angefertigt, nicht schön, aber zweckmäßig!‟

Tatsächlich stand am Samstagmorgen die Verbindung, in der Hektik hatten wir aber schlicht vergessen, das Übergabemodul mit dem eigens dafür vorgesehenen Trafo und dem Schaltpult zu verkabeln, so dass der „kleine Grenzverkehr‟ zunächst nicht stattfinden konnte. Dieses Problem konnte aber mit vereinten (internationalen) Kräften gelöst werden. Auch wurde bei den ersten Probefahrten schnell klar, dass einige elektrische Verbindungen zwischen den einzelnen Modulen schlichtweg noch nicht gesteckt waren. Die Weiche am „Abzweig Dosenwerk‟, die die Fahrt zur niederländischen Anlage ermöglichte, funktionierte zunächst ebenfalls noch nicht, schnell war hier mit einem zusätzlichen Trafo und einem kleinen Wechselstromschalter Abhilfe geschafft worden. Dann kam der Schock! Das an besagtem Anlagenteil angeschlossene Modul war wohl wenige Millimeter zu breit, dadurch kam es zu einer Gleisverwerfung, die jeden, aber auch wirklich jeden Zug aus dem Gleis hob. Wenngleich wir jetzt zähneknirschend die Fahrten in die „Niederlande‟ abblasen und die Verbindung kappen mussten, tat es der Spielfreude keinen großen Abbruch. Auf beiden – leider nun getrennten – Anlagen herrschte reger Zugverkehr.

Modellbauer wären aber keine Modellbauer, wenn sie sich nicht auch der Herausforderung gestellt hätten, doch noch eine fahrtaugliche Verbindung zu der anderen Anlage herzustellen! Ein Sperrholzbrett hochkant angebracht, ein Gleisstück von 10 mm Länge darauf, zwei auf die Schnelle angelötete Kabel, und schon war am Sonntag, dem zweiten Ausstellungstag, auch dieses Problem bewältigt. Der Europagedanke konnte auf Gleisen im Maßstab 1:87 ausgelebt werden.

Was bleibt als Fazit? Insgesamt hat uns allen die Veranstaltung großen Spaß gemacht, auch wenn bei dem einen oder anderen noch ein paar Tage später ein gerüttelt Maß an Erschöpfung noch zu spüren war. Während bei unseren niederländischen Freunden die einhellige Meinung vorherrschte „das machen wir auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder...‟, braucht dieser Gedanke bei uns wohl noch eine gewisse Reifezeit. 
Aber ja, der Spaßfaktor überwog, die Bilder sprechen für sich, und wir wünschen viel Vergnügen beim Schauen.

Artikel erstellt:   09.11.2021  -  von:   Josef Thelen  |  geändert: 09.11.2021
 
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